Die vier Jahreszeiten des Sommers
Nordfrankreich im Sommer 1999 - es ist der Vorabend zum 14. Juli, der für vier Paare zum Schlüsseltag ihres Lebens wird. Der 15-jährige Louis verliert seine erste große Liebe und tröstet sich mit der Floskel, dass Liebeskummer auch eine Form von
Liebe ist. Zur gleichen Zeit trauert die 35-jährige Isabelle ihrer Jugendliebe nach und verbaut sich damit eine glücklichere Zukunft. Monique steht mit ihren 55 Jahren an der Schwelle vom Spätsommer zum Frühherbst und will die Hoffnung auf die große Liebe nicht aufgeben. Eine lebenslange Liebe hingegen verbindet das Ehepaar, das für den 14. Juli den gemeinsamen Selbstmord plant. Ohne voneinander zu wissen, begegnen sich die Personen, nehmen sich nebenbei wahr. Mit diesen zufälligen Begegnungen verknüpft der Autor geschickt die losen Geschichten. Erfreulich, dass Delacourt den Hörer nicht im Ungewissen lässt, wie es mit den Hauptdarstellern weitergeht. Zentrales Bindeglied ist der Sommerhit des Jahres 1999 "Hors Saison" von Francois Cabrel, der neben Zitaten aus Liedtexten und Gedichten immer wieder auftaucht. Thorsten Breitfeld spricht sehr überzeugend den alten Herrn, klingt aber für einen Teenager etwas zur reif. Heidi Jürgens stellt die 55-jährige Monique sehr ansprechend dar und wirkt als 35-jährige Frau passend nervig und quengelig. Überhaupt klingt der gesamte Text streckenweise nach "Drama-Queen", hat viel Pathos, gedrechselte Sätze, wirkt manchmal schwülstig. Insgesamt benötigt der Zuhörer recht viel Geduld. Büchereien mit einem großen Bestand zu empfehlen.
Leoni Heister
rezensiert für den Borromäusverein.
Die vier Jahreszeiten des Sommers
Grégoire Delacourt. Sprecher: Thorsten Breitfeld ...
steinbach sprechende bücher [u.a.] (2017)
1 mp3-CD (ca. 260 Min.)
mp3-CD