Der hungrige Planet

Paul Collier, Ökonomieprofessor in Oxford und anerkannter Afrika-Experte, ist vor allem durch sein preisgekröntes Buch "Die unterste Milliarde" (BP 08/514) bekannt geworden. Hier nun erläutert er, auf welche Weise der Wohlstand der gesamten Menschheit, Der hungrige Planet also auch der "untersten Milliarde" mit den Erfordernissen einer wachsenden Weltwirtschaft und nachhaltigen Wirtschaftens in Einklang gebracht werden kann. Entgegen der Meinung vieler "Öko-Romantiker" hat der Mensch nach seiner Überzeugung das Recht, nachwachsende, aber auch nicht nachwachsende Rohstoffe auszubeuten, beispielsweise in Afrika, wo vermutlich erst 25 % der Bodenschätze entdeckt sind. Rohstoffgewinnung und Rohstoffmanagement müssten nur in verantwortlicher, kontrollierter und transparenter Weise vonstattengehen, also insbesondere ohne Korruption und Ressourcenverschwendung und unter der Maßgabe, dass künftige Generationen am Wert der Ressourcen beteiligt werden. - Ob es Paul Collier tatsächlich gelingt, Ökologie und Ökonomie zu versöhnen, zumal hierzulande als unumstößlich anerkannte "romantische" ökologische "Glaubenswahrheiten" bezüglich industrialisierter Landwirtschaft, Gentechnik, Atomenergie, CO2-Management infrage gestellt werden? Collier gibt in seiner für Nicht-Ökonomen manchmal etwas anstrengenden Diktion strikt ökonomisch begründete Antworten, wie eine nachhaltige Ausbeutung natürlicher und nicht nachwachsender Rohstoffe beschaffen sein sollte bzw. ab wann diese in ethisch nicht verantwortbare und ökonomisch unsinnige "Plünderung" umschlägt. Mit Sicherheit ein wichtiges Buch, weil es den konzentrierten Leser zum Nachdenken über entscheidende Zukunftsfragen anregt und Wege aus der Krise weist.

Der hungrige Planet

Der hungrige Planet

Paul Collier
Siedler (2011)

269 S.
fest geb.

MedienNr.: 344543
ISBN 978-3-88680-941-7
9783886809417
ca. 22,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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