Kälte, Wind und Freiheit
Der Profibergsteiger Robert Peroni wurde in den 80er Jahren berühmt durch seine rekordverdächtige Grönland-Durchquerung. Auf dieser Tour lernte er die für einen Europäer ebenso karge wie fremde und geheimnisvolle Welt der Inuit, der ursprünglichen
Einwohner Grönlands kennen. Diese für ihn neue Welt begeisterte ihn so sehr, dass er beschloss, an die wilde Südostküste Grönlands zu ziehen und unter den Inuit zu leben. In seinem neusten Buch beschreibt der Autor, wie ihn dieses neue Leben prägte und veränderte: Nicht mehr die Jagd nach Abenteuern und spektakulären Erfolgen als Trekking-Profi sind für ihn nun wichtig. Im Zusammenleben mit den genügsamen Inuit, deren Leben und Kultur - so erfährt er mit jedem Tag mehr - immens reich ist, erfährt er für sich neu, was Glück und Zufriedenheit ausmacht. Sein ebenso fesselnd wie farbig geschriebenes Buch wird zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für eine traditionelle Gesellschaft, deren Kultur, ja deren ganzes Überleben aufgrund der zunehmenden Umweltzerstörung und Globalisierung akut bedroht ist. - Was Peroni schreibt, liest sich spannend, ist informativ und authentisch, und es macht im positiven Sinne nachdenklich. Dieses Buch dürfte jedem Leser neue Informationen vermitteln über ein Volk, das für uns am anderen Ende der Welt lebt; aber auch Gedanken darüber, wie schonungslos wir immer noch mit unserer Erde umgehen und was das eigentlich Wesentliche im Leben sein sollte. Für alle Bestände sehr zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Kälte, Wind und Freiheit
Robert Peroni
Malik (2014)
237, [16] S. : Ill. (farb.), Kt.
fest geb.