Leben unter Rehen
Wie es ist, sich auf Dauer wildlebenden Tieren anzuschließen und dabei Nässe, Kälte und Hunger zu trotzen, das schildert dieser Erfahrungsbericht. Im Alter von sechzehn Jahren koppelt sich der Autor, vereinsamt und mit einer spirituellen Beziehung
zur Natur, fast vollständig von der menschlichen Gesellschaft ab, lebt in einem großen Waldgebiet der Normandie und findet bei Rehen seine "wahre Familie" (S. 8). Er kommuniziert nach eigenem Bekunden nur noch mit Tieren, schließt "Blutsbrüderschaft" und "Freundschaft" mit einzelnen Rehen, denen er auch Namen gibt, und fungiert als "Reh-Mensch" (so der französ. Originaltitel des Buches) sogar manchmal als "Kindermädchen". Erst die Zufallsbegegnung mit einer jungen Frau leitet seine Rückkehr in die Zivilisation ein. - Der fast mythisch anmutende Stoff wurde in Frankreich erfolgreich vermarktet und könnte auch hierzulande bei Freunden des "Nature Writing" auf Interesse stoßen.
Leben unter Rehen
Geoffroy Delorme ; aus dem Französischen von Barbara Neeb und [einer weiteren]
Malik (2022)
235, [16] Seiten : Ilustrationen (farbig)
fest geb.