Sonne, Meer und lange Ohren
Lotta Lubkoll und ihr über alles geliebter Esel Jonny sind ein eingeschworenes Team mit Fernweh - immerhin haben die beiden schon eine Wanderung von München ans Mittelmeer unternommen. Jetzt möchte sich Lotta auf die Suche nach ihrer Vergangenheit
machen und den Ort in Südspanien zu finden, an dem sie als Kind mit ihren Eltern eine Zeitlang lebte. Zu Fuß mit Esel wäre das nicht machbar. Kurzerhand kauft die Globetrotterin sich also einen alten Kastenwagen und baut ihn zum Wohnmobil für sich und Jonny aus. Mitten in Zeiten der Corona-Epidemie macht sie sich Anfang Dezember auf den Weg, der sie über Frankreich nach Portugal und Spanien führt. Unterwegs lernt sie zunächst, dass alles nicht so einfach ist, wie gedacht: Denn mit einem Esel im Campingbus zu reisen, ist eine ganz eigene Sache. Doch sie und Jonny schaffen es, dem schlechten Wetter zu trotzen, die Begegnung mit Militärs bei einem Manöver unbeschadet zu überstehen, grimmige Polizisten und Campingplatzbesitzer zu bezirzen. Und sie lernt auf ihrer abenteuerlichen Tour nicht nur wunderbare Landschaften kennen, sondern auch höchst interessante Menschen: Freaks und Aussteiger, aber auch Personen, die sich zielgerichtet ihre eigene kleine Welt aufgebaut haben. Und nach 80 Tagen kommen beide wohlbehalten und voller interessanter Reiseeindrücke zurück nach Starnberg. Ein Foto-Teil lässt einen bei der Lektüre die Abenteuer noch authentischer nachvollziehen. Das liest sich spannend, bunt, verrückt, aber auch (im positiven Sinne) zum Nachdenken anregend.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Sonne, Meer und lange Ohren
Lotta Lubkoll
Malik (2022)
287, [24] Seiten : Illustrationen (überwiegend farbig), Karte
kt.