Arrival City
Improvisierte Siedlungen oder heruntergekommene Viertel am Rande einer Großstadt, Banlieues, Favelas oder Slums genannt, bezeichnet der Autor als Ankunftsstädte (Arrival cities), die die Zuwanderer vom Land als Ausgangsbasis für ein besseres Leben
sehen. Seine Recherche in 20 Städten weltweit belegt nicht nur das Phänomen der verstärkten Wanderungsbewegung, sondern macht vor allem deutlich, dass eine Integration der Zuwanderer erst dann möglich wird, wenn soziale Strukturen, Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen, Verkehrsverbindungen usw. geschaffen werden. Geschieht dies nicht, können diese Bezirke zu Schauplätzen potentieller Konflikt werden. Da dieser Zusammenhang vielfach mit Geschichten, Erlebnissen und persönlichen Begegnungen unterlegt wird, wirkt das Buch zwar lebendig, aber etwas langatmig. Für die These jedoch, dass von diesen städtischen Übergangsräumen unsere Zukunft abhängt, bleibt er sachliche Belege schuldig. Dennoch ein interessanter Ansatz und ein lesenswertes Buch.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Arrival City
Doug Saunders
Blessing (2011)
572 S. : Kt.
fest geb.