Ausflug mit Urne
Janne und Teemu, zwei recht ungleiche Brüder, erhoffen sich ein Millionenerbe von ihrem Großvater Jalmari. Deshalb machen sie sich mit dessen Urne auf den Weg in einen kleinen Ort in Karelien. Dort wird das Testament eröffnet, das beide steinreich
machen soll. Auf der mehrtägigen Reise nach Norden geraten sie mehrfach aneinander, sie verwickeln sich auch immer wieder in Streitigkeiten und Schlägereien, weil sie fremde Frauen anmachen oder betrunken herumpöbeln. Zu den Auseinandersetzungen über ihre eigene Kindheit und Jugend kommen auch die Erinnerungen an den Großvater, seine Erzählungen vom Krieg, von seinen Arbeitsstellen, wechselnden Wohnorten und der angeblich enormen Bedeutung, die er dort jeweils genoss. Am Ende stellt sich heraus, dass das Erbe minimal ist und noch dazu mit weiteren Verwandten geteilt werden muss. Immerhin haben die Brüder während ihrer Reise ein neues Verhältnis zueinander gefunden und dazu eine Frau, die sich nicht entscheiden mag, von wem von beiden sie ihr Kind hat. So kommt es zu einem Happy End, bei dem alle Beteiligten auch ohne großes Vermögen ihr Glück finden. - Ein Roman mit typisch finnischem Humor, bei dem alles möglich zu sein scheint, nichts davon wahr wird und trotzdem alles gut wird. Unterhaltsam zu lesen und ab mittleren Beständen empfohlen. (Übers.: Regine Pirschel)
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ausflug mit Urne
Roope Lipasti
Blessing (2014)
319 S.
fest geb.