Restsommer
Als Sohn des örtlichen Bestatters muss der sechzehnjährige Dominik daheim immer wieder mit anpacken, besonders, seit seine Mutter die Familie verlassen hat. Sein Leben scheint vorgezeichnet: Berufsschule im Nachbarort, Einstieg in den Familienbetrieb,
nie wirklich über die Grenzen des kleinen Dorfs hinauskommen. Doch als Biff mit seiner Familie aus Berlin in die Nachbarschaft zieht, ist Dominik von dessen lässiger, weltgewandter Art sofort gebannt. Die beiden kommen sich langsam näher, doch angesichts von Dominiks familiären Zwängen und der homophoben Haltung von Biffs gewalttätigem Vater scheint eine gemeinsame, ungezwungene Zukunft in weiter Ferne. – "Restsommer" fängt die Stimmung der frühen 2000er Jahre in einem kleinen Dorf in der niedersächsischen Provinz bildhaft ein. Gefühlvoll beschreibt die Autorin, wie der Protagonist seine sexuelle Orientierung entdeckt, seinen Lebensentwurf hinterfragt und neue Pfade beschreitet. Sehr gerne zu empfehlen!
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Restsommer
Kea von Garnier
Blessing (2026)
399 Seiten
fest geb.