Königsberg, Kaliningrader Gebiet
Das Gebiet an der Ostsee um die Stadt Königsberg herum wurde durch den Deutschen Ritterorden kolonisiert und missioniert. Seit der Schlacht bei Tannenberg (1410) gehörte es als Herzogtum Preußen zum Einflussbereich des (späteren) preußischen Königreichs.
Nach dem Ersten Weltkrieg war die nunmehrige Provinz Ostpreußen nur durch den Polnischen Korridor vom übrigen Deutschland aus erreichbar und gehörte schließlich durch das Potsdamer Abkommen 1945 als besondere Verwaltungseinheit zur Sowjetunion. Nach deren Auflösung wurde sie als Enklave des Staates Russland wieder aller Welt zugänglich gemacht. Diese bislang schwer zugängliche, aber geschichtsträchtige Region dem westlichen Touristen zu erschließen, hat sich der Geologe Gunnar Strunz (nicht nur) mit diesem Reiseführer vorgenommen und die Stadt und ihr umliegendes Land (einschließlich der 600 km von Berlin bis nach Kaliningrad und dem litauischen Memelland im Norden) eingehend beschrieben. Neben den auch reisepraktisch wichtigen Angaben (Adressen, Telefonnummern etc.) liegt der Schwerpunkt auf der genauen Beschreibung der historischen Gegebenheiten und des heutigen Zustands der Orte und Stätten, erschlossen durch viele aktuelle Fotos und gute Straßenkartenausschnitte (mit den Ortsnamen in kyrillischer und lateinischer Schrift). Eingeschoben sind "Essays" zu speziellen historischen, geografischen und biografischen Themen, die das geheimnisvolle Land dem Touristen näherbringen sollen. - Ein Reiseführer der besonderen Art (wegen des Reiseziels), der für jede Bücherei interessant ist.
Georg Bergmeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Königsberg, Kaliningrader Gebiet
Gunnar Strunz
Trescher (2012)
Reiseführer
441 S. : zahlr. Ill. (überw. farb.), Kt.
kt.