Von der Kunst, sich selbst auszuhalten
Zwar haben wir in den letzten Jahrzehnten durch geradezu revolutionäre Entwicklungen immer mehr Freiheiten gewonnen. Doch andererseits geraten wir gerade in unserer Zeit immer mehr unter alle möglichen Zwänge. Wenn man sein Leben selbstbestimmt
führen will, braucht man allerdings vor allem eine tiefe innere Freiheit. Die Freiheit, man selbst zu sein. Und die erreicht man nur, wenn man bereit ist, sich in allen möglichen Wesenheiten und Schattierungen selbst kennenzulernen. Leider scheuen viele Menschen diese Beschäftigung mit sich selbst und flüchten lieber in Arbeit, Abenteuer, Ablenkungen. In seinem Essay zeigt der Autor, studierter Theologe und Philosoph, wie wir uns selbst besser "auszuhalten lernen". Indem wir die Angst vor Einsamkeit verlieren, aus der Opferrolle schlüpfen, unsere Emotionen verstehen lernen, uns selbst in unserer Ganzheit wahrnehmen. Und dann erleben wir das größte mögliche Abenteuer, das wir haben können: uns selbst. - Ein interessantes, ein kluges kleines Buch, das zu lesen sicher anspruchsvoll ist; das aber auch ein Quell für viele weiterführende Gedanken ist.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Von der Kunst, sich selbst auszuhalten
Michael Bordt
Zabert Sandmann (2013)
95 S.
fest geb.