Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Es ist Sommer 1990, irgendwo im ländlichen Thüringen an der Grenze zu Bayern. Die sechzehnjährige Maria lebt auf dem Hof ihres Freundes Johannes Brendel. Sie lebt dort in den Tag hinein, schwänzt die Schule und liest Dostojewski. Währenddessen Irgendwann werden wir uns alles erzählen muss die Familie Brendel schuften, um über die Runden zu kommen. Johannes macht sein Abitur, kauft sich eine Kamera und will Fotograf werden. Sowohl familiär und wirtschaftlich als auch politisch ist alles im Umbruch. Maria lernt den Landwirt Henner kennen, der den Nachbarhof bewirtschaftet. Und nur wenige Begegnungen und Berührungen genügen, um in dem jungen Mädchen eine unstillbare Leidenschaft zu dem älteren Mann zu entfachen. Maria gelingt es, ihre immer häufiger werdenden Begegnungen mit Henner vor ihrer Gastfamilie zu verheimlichen, sie schämt sich, bereut jedoch nichts. Erst ein schreckliches Ereignis beendet die Obsession. Eingestreut in die fortlaufende Handlung sind viele Rückblicke auf das Leben der Protagonisten und das Leben in der ehemaligen DDR. Anna Thalbach liest diesen sowohl leidenschaftlichen als auch leisen, immer ein wenig das Gefühl von Sommer vermittelnden Roman in wunderbarer, klarer Stimme und schafft es perfekt, die Stimmung der damaligen Zeit einzufangen.

Gabriele Güterbock-Rottkord

Gabriele Güterbock-Rottkord

rezensiert für den Borromäusverein.

Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Daniela Krien. Gelesen von Anna Thalbach
Hörbuch Hamburg (2011)

4 CDs
CD

MedienNr.: 351926
ISBN 978-3-89903-155-3
9783899031553
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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