Im Café der verlorenen Jugend
Immer näher kommt der Hörer der jungen Frau, die als regelmäßige Besucherin des Cafès Le Condé den Spitznamen Louki erhält. Wie eine Erscheinung aus dem Nebel wird ihre Person immer heller, bis sie im gleißenden Licht des Todes verschwindet.
Dazwischen liegt ihre Kindheit bei einer Mutter, durch die sie sich allenfalls versorgt, aber nicht umsorgt gefühlt hat, ihr Ausbruch, Heirat und ihr Geliebter Roland. Roland hat das letzte Wort in diesem Hörbuch. Er begleitet Louki durch die Straßen von Paris, in denen sie immer wieder und immer vergeblich das sucht, was sie nie hatte - ist es eine umsorgte Kindheit, die ihr genügend Stabilität für das Leben vermittelt hätte? Vor Ronald kommt sie selbst zu Wort, davor ein von ihrem Ehemann auf sie angesetzter Detektiv und zu Beginn ein unbeteiligter Besucher des Cafés. Der Autor hat die Atmosphäre des nicht-touristischen Paris eingefangen, vor allem das Psychogramm einer vergeblich suchenden Seele ohne den Halt einer gemeinhin als stabil bezeichneten Kindheit. Weniger unterhaltsam als psychologisch eindringlich und oft bedrückend, für ein anspruchsvolles Publikum geeignet.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Im Café der verlorenen Jugend
Patrick Modiano. Mit Sandra Hüller ...
Hörbuch Hamburg (2012)
3 CD (ca. 216 Min.)
CD