Weißflog - Geschichten meines Lebens
Jens Weißflog hat eine ganze Periode des Skispringens mitgeprägt. Im ersten Teil seiner sportlichen Laufbahn war er noch im Parallelstil erfolgreich. Er schaffte die komplizierte Umstellung auf den V-Stil und war auch darin Weltspitze. Im ersten
Abschnitt, der skisprungtechnisch mit Anfahrt überschrieben ist, schildert Weißflog sein familiäres Umfeld und seine ersten Skisprünge. Alle Geschichten und Rückerinnerungen sind launig und unterhaltsam erzählt, ein Stil der sich durch das ganze Buch hindurchzieht. Der zweite Teil, Absprung, geht nun auf die Skisprungkarriere ein, mit all den Begleiterscheinungen, wie Hungern für ein geringes Körpergewicht oder auch Doping. Immer wieder klingt durch, wie es war im sozialistisch-totalitären System zu leben, wobei der Autor es versteht, sowohl die vielen Vorteile, als auch die seine persönliche Freiheit einschränkenden Nachteile aufzuzeigen. So auch, als er sich immer wieder mit dem Generalverdacht, dass alle DDR-Sportler systematisch gedopt würden, auseinandersetzen muss. So ziehen sich die Erzählungen immer gut und unterhaltsam lesbar dahin. In der Schlussphase geht er auch auf seine Familie, sein wirtschaftliches und privates Leben nach der Karriere ein. Ein umfassender Anhang mit dem Übertitel "Auslauf" beschließt die Erzählungen. Zusammen mit den vielen Fotos ist ein Buch über den großartigen Sportler, aber auch den interessanten Menschen Jens Weißflog entstanden, das sicher in vielen Büchereien seine Leser finden wird.
Gerd Fleder
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Weißflog - Geschichten meines Lebens
von Jens Weißflog mit Egon Theiner
Egoth (2014)
303 S. : zahlr. Ill. (überw. farb.)
fest geb.