Ein bisschen Freiheit
Ein junger Mann (der Erzähler), sein Zwillingsbruder und zwei Freunde fahren an die französische Atlantikküste, wo sie sich für eine Woche in einem verlassenen Ferienhaus einquartieren. Wenn sie sich den Naturgewalten des Meeres aussetzen, beim
Surfen und Schwimmen, erleben sie eine Leichtigkeit und Freiheit, die ihnen sonst nicht vergönnt ist. Vielmehr sind ihre Beziehungen von Geheimnissen und einer bedrohlichen Dynamik geprägt, die schließlich eskaliert und zum Tod des Einen führt. Dieser große Monolog bewegt sich zwischen einer Coming-of-Age- und einer Roadtrip-Story. Die Innenwelt des Erzählers wird im Text und in den Zeichnungen minutiös ausgeleuchtet, jedoch ohne dass der Leser sich die wahre Problematik dieser "Flucht" zu erklären vermag. So seitenstark dieser Band auch ist, so kreist er doch um eine große Leere, was hier vielleicht als symptomatisch für die Generation der Millennials zu interpretieren ist. Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind als originelle Psychogramme zu lesen, viele der Bild-Ideen beeindrucken. Hier zeigt sich ein zeichnerisches Talent, das sich dem Thema der Suche nach einem Lebensziel und nach dem wahren Ich verschrieben hat.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein bisschen Freiheit
Eric Schwarz
Luftschacht Verlag (2023)
[unpaginiert]
kt.