Die Schicht
Die Ich-Erzählerin Petra hat Kunst studiert und ihre Leidenschaft ist das Malen. Die Arbeit im Supermarkt, wo ein strenger, ambitionierter Vorgesetzter für Effizienz und Leistungsdruck sorgt, erträgt sie kaum. Als eine Kollegin sie um ein Porträt
ihrer Katze bittet, gelingt Petra ein Meisterwerk, das sie unter allen Umständen behalten will. Kurz danach wird das Bild aus Petras Wohnung gestohlen. Der Verdacht fällt auf die Kollegin. Zur gleichen Zeit taucht ihr früherer Kommilitone Adam auf, mit dem Petra eine destruktive Beziehung hatte. Unter dem Vorwand, ihr bei der Suche nach dem Bild helfen zu wollen, gewinnt er erneut Macht über sie und verleitet sie im Namen der Kunst zu kriminellen Handlungen. Rückblicke und Erinnerungen an die Studienzeit, in der sich Petra nie zugehörig fühlte, an die Kindheit, in der ein schlimmes Unglück geschah, und der Blick auf die Kunstszene mit den teilweise fragwürdigen Erfolgen ihrer Kommilitonen lassen das Bild einer desillusionierten jungen Frau entstehen, die ihren eigenen Weg sucht und findet. Um auf neue Passagen einzustimmen, beginnt die Autorin jeweils mit einer vergleichenden Interpretation der dahinfließenden Tage: "Sie sind wie saurer Regen, diese Tage, die zusammenfließen zu einem großen Sumpf, in dem ich mit beiden Beinen feststecke und der mich nicht loslassen will." Der sanfte Roman bewegt sich zwischen diesen Stimmungsbildern und einer klaren, ungeschnörkelten Sprache. Sehr lesenswert!
Gabriele Berberich
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Schicht
Anna Beata Háblová ; Übersetzung aus dem Tschechischen: Julia Miesenböck
Geparden Verlag (2026)
269 Seiten
fest geb.