Reisen mit mir und einem Anderen
Ihr Leben lang war Martha Gellhorn (1908-1998) begeistert vom Reisen. Doch da sie sich oft ohne genügende Vorbereitung einfach hineinstürzte, geht immer wieder vieles schief. In diesem Buch stellt sie fünf ausgewählte Reisen vor. Dabei folgt sie
der Idee, dass sich die Zurückbleibenden hauptsächlich für Unglück und Missgeschicke auf Reisen interessieren. Sich selbst bezeichnet Martha Gellhorn als "Amateur-Reisende". Den "großen Reisenden" hat sie auf alle Fälle den Humor voraus. So kann sie über sich selbst lachen und ihr eigenes Verhalten kritisch bewerten. Zum Beispiel, als sie ihren Ehemann Ernest Hemingway - bezeichnet mit dem Kürzel UB für "unwilligen Begleiter" - inmitten des japanisch-chinesischen Krieges nach China schleppt. Als "willige Begleiter" können die Leser ihr zudem bei der Durchquerung Afrikas entlang des Äquators folgen, sowie in die Karibik, nach Moskau und Israel. Gellhorns Liebe zur Natur wird dabei offenkundig. Manche ihrer Äußerungen sollten allerdings im zeitlichen Kontext gelesen werden. Insgesamt sind ihre Reisebeschreibungen lebendig, informativ, abwechslungsreich und sehr lesenswert. (Übers.: Herwart Rosemann)
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Reisen mit mir und einem Anderen
Martha Gellhorn
Dörlemann (2011)
543 S. : Ill.
fest geb.