Die Frau, die schrie
Los Angeles, in einer Wohnsiedlung: Der Ich-Erzähler lebt hier hermetisch zurückgezogen. Er scheint hier Erlebnissen aus seiner Vergangenheit entfliehen zu wollen. Eines Tages hört er eine Nachbarin schreien. Dann steht diese plötzlich vor seiner
Tür: Die psychisch auffällige und undurchschaubare Corinna dringt ein und erzählt davon, ihre Stiefmutter töten zu wollen, die sie um ihr Erbe bringen will. Sie bittet ihn, deswegen Nachforschungen anzustellen. Zwischen beiden kommt es zu einer morbiden Beziehung, im Laufe derer er seine Nachbarin tötet. Aber da ist auch ihre Stiefmutter Sylvia, die ihn überaus fasziniert, die aber ein Geheimnis zu verbergen scheint und nicht weniger mysteriös ist als ihre Stieftochter. Und immer mehr konfrontieren ihn diese traumatischen Erlebnisse mit seiner Vergangenheit. Immer mehr wird er ins Verderben gezogen ... – David L. Ulin hat einen Thriller im Stil des Roman Noir geschrieben: Psychologisch subtil aufgebaut, kann sich der Leser kaum dem alptraumhaften Geschehen entziehen. Das erzeugt eine ganz eigene, beklemmende Spannung. Für Freunde dieses Genres ein wunderbares Lesevergnügen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Frau, die schrie
David L. Ulin ; aus dem Amerikanischen von Kathrin Bielfeldt
Polar Verlag (2025)
224 Seiten
fest geb.