Leonce und Lena
Leonce, ein melancholischer und gelangweilter Prinz, soll laut Beschluss seines Vaters die ihm unbekannte Prinzessin Lena heiraten. Mit seinem Freund Valerio flieht Leonce in Richtung Italien. Auch Lena will sich der arrangierten Hochzeit entziehen
und bricht mit ihrer Gouvernante in dieselbe Richtung auf. Der Zufall will es, dass die beiden Königskinder sich treffen und ineinander verlieben. - Dieses romantische Lustspiel ist hier als Erzählung adaptiert und reich bebildert worden. Die Dialoge entsprechen Büchners Dramenfassung, der Text lässt sich in seiner schönen, klangvollen Sprache auch als Märchen lesen. Denn die philosophischen Motive Büchners - Langeweile und Melancholie, Zufall und Schicksal, Menschen als Automaten oder mit freiem Willen ausgestattet - und auch seine Kritik an den politischen Verhältnissen in Großherzogtümern, werden für Kinder verständlich aufbereitet und auch von den Illustrationen unterstützt. Diese hätten vielleicht etwas weniger albern und überzogen ausfallen dürfen. Doch für eine erste Bekanntschaft mit dem großen Dramatiker, dessen 200. Geburtstag der Anlass für diese Publikation bildete, ist dieses behutsam in die Moderne übersetzte Stück überaus dienlich. - Gerne empfohlen!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Leonce und Lena
nach Georg Büchner. Neu erzählt von Barbara Kindermann. Mit Bildern von Almud Kundert
Kindermann (2013)
Weltliteratur für Kinder
[18] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 9