Die letzte Prophezeiung
Neuseeland im 18. Jh. Die Ureinwohner des Inselarchipels, die Maori, leben in einem System von Volksstämmen, das mit viel Gewalt und strengen Traditionen ein sehr zerbrechliches Machtgefüge zusammenhält. Dieses rigide und menschenverachtende System
möchte die junge Häuptlingstochter Rangipai ändern. Mit viel Mut lehnt sie sich gegen die alten Stammesregeln auf, denn sie erkennt, dass nur eine neue Gesellschaftsordnung die Kultur vor dem Untergang bewahren kann. Ihre Lebensaufgabe wird es, ein Herrschaftssystem zu schaffen, in dem alle Volksstämme friedlich miteinander kooperieren und frei von der drückenden Gewalt und den ewigen zermürbenden Kriegen leben können. Doch die Einigung der Maoristämme kommt fast zu spät. Denn Rangipai muss erleben, dass, gerade als ihr Werk Früchte trägt, die europäischen Eroberer über das Meer kommen. - Der Autor ist selbst Sohn eines Häuptlings und hat hier eine alte, mündlich überlieferte Erzählung der Maori in Romanform niedergeschrieben. Und es gelingt ihm, auch den seinem Volk bislang fernen Leser Einblick zu geben in Geschichte und Kultur der Ureinwohner Neuseelands. Ein fesselndes Buch, nach dessen Lektüre man viel mehr weiß von den Maori, die eine halbe Welt von uns entfernt leben. Sehr zu empfehlen. (Übers.: Anja Welle)
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die letzte Prophezeiung
Heretaunga Pat Baker
MANA-Verl. (2012)
389 S. : Kt.
kt.