Beim Giro d'Italia

Dino Buzzati (1906-1972) zählt in Italien zu den bedeutenden Literaten. Es war ein Glücksfall, dass sich die Verantwortlichen der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera 1949 entscheiden, ihn als Korrespondent zum Giro d'Italia, dem größten Beim Giro d'Italia Radsportereignis des Landes, zu entsenden. So entsteht eine Reportageserie, die bis heute beispielgebend ist, wenngleich wohl nicht für moderne Sportreporter. Weit über die reine Berichterstattung hinaus versteht es der Autor, uns an seinen eigenen Gedanken und Gefühlen im Angesicht der großartigen Leistungen der Sportler teilhaben zu lassen. Und es waren herausragende Leistungen, die in dem Zweikampf der damals weltbesten Radsportler Fausto Coppi und Gino Bartali gipfelten. Buzzati versucht, sich in die Köpfe der vielen Fahrer hinein zu versetzen, der Aussichtslosigkeit der "kleinen" Fahrer nachzuspüren, und überhöht den Zweikampf der beiden Giganten mit der Schlacht zwischen Achill und Hektor. Dies führt sogar dazu, dass er bei der 17. Etappe, die über eine ganze Reihe von Bergen führt und die schlussendlich zum Sieg Coppis über Bartali führt, seine Schilderungen mit Zitaten aus Homers Ilias unterlegt. Im Anhang sind die reinen Ergebnisse aller Tagesetappen, die jeweils daraus entstehenden Gesamtwertungen und natürlich am Schluss die Wertungen, wie Bergwertung, Sprintwertung etc. festgehalten. Das durchaus lesenswerte Buch wird wohl nur einen begrenzten Leserkreis ansprechen.

Gerd Fleder

Gerd Fleder

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Beim Giro d'Italia

Beim Giro d'Italia

Dino Buzzati
Covadonga (2014)

190 S.
kt.

MedienNr.: 405556
ISBN 978-3-936973-95-2
9783936973952
ca. 12,80 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Sp
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