Gröcha
Ausgelöst durch eine Umweltkatastrophe erkranken viele Schweizer schwer an einem Virus. Der Staat reagiert darauf mit massiven Quarantänemaßnahmen. Ein Paar, das seine kleine Tochter unter mysteriösen Umständen verloren hat, entzweit sich durch
dieses Unglück völlig; zudem ist die Mutter auch schon infiziert. Der Vater kann diesem Druck nicht standhalten und flieht in die Berge. Aber die Vergangenheit lässt ihn nicht los. In dieser tragischen Graphic Novel versuchen alle, aus den luftverschmutzten Großstädten in die vermeintlich sauberen Alpenregionen zu entkommen. Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen zeigen Landschaften, die bedrohlich, ja todbringend sind. Albtraumsequenzen knüpfen an reale Szenen an und lassen sich für die Protagonisten, aber auch die Leser, kaum voneinander unterscheiden. Häufig wirken die Portraits unfertig oder fehlerhaft - dies kann auf die drastische Verstörung, die auch auf den Betrachter wirkt, zurückgeführt werden. Auch die knappen Dialoge erlauben (wie die Zeichnungen) nur eine Antwort auf die vielen Fragen, die diese Story aufwirft: die Krankheit, an der die Menschen sterben, ist der Mensch selbst.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Gröcha
Peggy Adam
Avant-Verl. (2014)
101 S. : überw. Ill.
kt.