Lume, Lume
Der Ich-Erzähler des kleinen Romans von Nino Vetri, der selbst in Palermo lebt, sucht in diesen gut hundert Seiten immer wieder nach dem Text eines Liedes ("Lume Lume"), das ihm nicht aus dem Kopf geht. Dabei entsteht das Bild eines Stadtviertels,
nicht mehr ganz neu, aber auch noch nicht völlig heruntergekommen, das nun von einer bunten Schar von Einheimischen einerseits und asylsuchenden Flüchtlingen andererseits bewohnt wird. Diese stammen aus den unterschiedlichsten Ländern Europas, Afrikas und Asiens. Kleine Leute, denen es darum geht, einen Weg zum Überleben zu finden - Musik spielt hierbei eine nicht unbedeutende Rolle. Nicht unähnlich bei den Sizilianern selbst. In "Lume" - im Rumänischen "Welt" - entsteht eine kleine Welt kleiner Leute, die hier im Gegensatz zu manch anderem Buch über moderne Milieus im Mittelpunkt stehen. Ein spaßiger Roman, klein, aber fein, der zur Unterhaltung und zum Nachdenken führt. So wird aus Kleinem große Literatur. Allen Büchereien nachdrücklich empfohlen. (Übers.: Andreas Rostek)
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Lume, Lume
Nino Vetri
Ed. fotoTAPETA (2013)
119 S.
kt.