Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte

Finn, 10 Jahre alt, wächst in den 60er Jahren vaterlos mit der geringverdienenden Mutter in einer norwegischen Trabantensiedlung auf; die Beziehung ist eng, aber nicht unproblematisch, v.a. als ein Untermieter einzieht und die kleine Stiefschwester Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte Linda als Pflegekind in die Familie kommt. Der Junge, der als Ich-Erzähler durch den Roman führt, ist ein scharfer Beobachter, er spürt die Unstimmigkeiten im Verhalten der Mutter und ihre emotionale Labilität; ihr ambivalentes Verhalten ihm gegenüber - mal ist er das unmündige Kind, mal der unterstützende Partner - empört ihn. - Der Roman, ein Bestseller in Norwegen, birgt nichts Spektakuläres; doch in ruhiger, dichter Erzählweise begleitet er das früh gereifte Kind bei den alltäglichen Höhen und Tiefen, den Familiengeheimnissen, der Loslösung von der Mutter und der Konstruktion seines Weltverständnisses. Eine Art "Jugendbuch" für Erwachsene, das den Leser in den Bann zieht und dazu motiviert, die Bedeutung von Kindheit und Kindheitseinflüssen zu reflektieren. Breit empfohlen! (Übers.: Gabriele Haefs)

Birgit Karnbach

Birgit Karnbach

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte

Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte

Roy Jacobsen
Osburg (2011)

269 S.
fest geb.

MedienNr.: 567960
ISBN 978-3-940731-58-6
9783940731586
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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