Sarane
Durch einen Zufall wird die alte Sarone bei einer Taxifahrt an ihren ehemaligen Liebhaber erinnert - der Anlass, um der Taxifahrerin von ihrem bewegten Leben in Nordafrika zu erzählen. Als junge Frau floh sie aus einer Laune heraus vor dem langweiligen
Leben mit ihrem Ehemann, wurde erst Gefangene und dann Gast eines Nomadenstammes. Kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Stamm und den französischen Besatzern brachten sie und ihren Liebhaber in tödliche Gefahr. Von der ersten bis zur letzten Seite spürt der Leser dieser Graphic Novel das Bemühen des Zeichners, die Story mit einem geheimnisvollen und sexuellen Touch aufzuladen. Kaum eine Volte wird ausgelassen, um die (völlig unglaubwürdigen) Ausschweifungen der jungen Französin mit den Nomaden-Männern in Szene zu setzen. Von der Atmosphäre des Orients, von der Thematik der französischen Besatzung, von der Geschlechterproblematik ist nichts zu spüren oder zu lesen. Ein verschenkter Plot.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Sarane
Lax
Schreiber & Leser (2011)
56 S. : überw. Ill. (farb.)
kt.