Der Mörder weinte

Unter ärmlichen Verhältnissen und vereinsamt lebt Paolo mit seinen Eltern am südlichen Ende der chilenischen Pazifikküste. Als eines Tages Angel bei der Familie auftaucht, ändert sich alles: Angel bringt Paolos Eltern um und kümmert sich fortan Der Mörder weinte um den Jungen. Und wiederum nimmt Paolos Leben eine Wende, als ein junger Mann zu ihnen stößt und bei ihnen leben will, was Angels Misstrauen weckt. In dieser Begegnung liegt eine fatale Brisanz. Ein Jugendroman diente dieser Graphic Novel als Vorlage und auf jeder Seite bemerkt der Leser den hohen literarischen und illustratorischen Anspruch. Die Sequenzen folgen dem Zeilenverlauf einer Druckseite, das Lettering erfolgt in Schreibmaschinentypen, auf Sprechblasen wurde verzichtet. Diese enge Bindung an die Gestaltung literarischer Texte bewirkt eine starke Konzentration auf das dramatische Geschehen, das ganz aus der Perspektive des Kindes erzählt wird. Die Zeichnungen sind farblich stark reduziert, der schwarze Strich ist grob, aber exakt. Die Ärmlichkeit der Lebensumstände, die Schicksalsschläge, die das Kind erleiden muss und die psychischen Konstellationen zwischen dem Mörder, dem Kind und dem Fremden werden eindringlich zum Ausdruck gebracht - eine große literarische und bildästhetische Leistung.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Mörder weinte

Der Mörder weinte

Thierry Murat. Nach einem Roman von Anne-Laure Bondoux
Schreiber & Leser (2011)

126 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 570126
ISBN 978-3-941239-65-4
9783941239654
ca. 18,80 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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