Pauls Glück
Paul ist ein Rabe, der ein Handicap hat: seine Flügel sind nicht flugfähig. Als "Pinguin" verspottet beschließt er, tatsächlich ein Pinguin zu werden. Mit Hilfe eines Katers wandert Paul durch den Zoo, wo er dank hervorragender Tauchkünste, tatsächlich
von den Pinguinen an- und aufgenommen wird. Diese Weggeschichte unterscheidet sich deutlich von anderen Geschichten dieser Art: Weder findet er Anschluss an die eigene Spezies, noch steht er selbstbewusst zu seinem Ich; vielmehr schließt er sich, über biologische Grenzen hinweg, einer neuen Gemeinschaft an - eine sehr nachdenkenswerte Botschaft, die durchaus im Rahmen von Migration und Integration oder auch Behinderung gesehen werden kann. Die Ausstattung ist auf den ersten Blick nicht ansprechend: ein wenig übersichtliches Schriftbild (verspielte Type, ausschließlich Großbuchstaben) bei umfangreichem Text, vergilbte, schlierige Bildhintergründe wie in einem alten Film und reduzierte, grafisch geprägte, weitgehend schwarz gehaltene Illustrationen. Der zweite Blick enthüllt den Reiz der vereinzelten, gezielten Farbakzente und die hohe künstlerische Qualität der Bilder - möglicherweise eher ein Bilderbuch für erwachsene Leser.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Pauls Glück
Text und Ill. von Matze Doebele
Jacoby & Stuart (2011)
[18] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4