Grünling
Eines Tages im Frühjahr liegt am Ackerrand des Ehepaars Hafermann ein Säugling, der scheinbar dort gewachsen ist. Der Bauer nimmt ihn zum Ärger seiner Frau zu sich und schon am nächsten Morgen hat der Grünling dafür gesorgt, dass in der Küche
Peperoni, Melonen und Kürbisse sprießen. Im Wohnzimmer wachsen Obstbäume, die Garage hat sich in einen Kräutergarten verwandelt. Auch die Nachbarschaft profitiert bald von den Wunderkräften des Grünlings und jeder erfreut sich an seiner Existenz. - In Reimen wird diese Geschichte der unfreiwilligen Riesen-Ernte erzählt, wobei die manchmal rumpelnden Versfüße auch etwas antiquiert anmuten. Wie aus der modernen Zeit gefallen sind auch die großen Illustrationen, welche die Betrachter in den Mittleren Westen der USA zu versetzen scheinen, in dem riesige Ländereien nur von den Schneisen der Eisenbahngleise durchbrochen werden. Man mag die erst verhaltenen Reaktionen der Bäuerin und der Nachbarn verstehen, denn etwas unheimlich ist das Wirken des Grünlings schon. Dieser Zauber liegt auch über den Landschaftsdarstellungen wie ein warmes Licht. "Es ist zwar seltsam, aber wir nehmen die Geschenke gerne an" - so könnte die Antwort auf so manches Wunder lauten, das einem (Kinder-) Leben begegnet. Dieses Buch will die Augen für solche unverdienten Glücks-Geschenke öffnen.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Grünling
Levi Pinfold
Jacoby & Stuart (2015)
[16] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5