Polka für Igor
Wenn man den alten Hund Igor auf dem Sessel schlafen sieht, möchte man kaum glauben, dass er früher ein gefeierter und weltberühmter Zirkushund war. Daher rührt auch seine Liebe zur Polka: wenn diese Musik ertönt, wacht er auf und erzählt Anekdoten
aus seiner bewegten Jugend im Zirkus. An diesen zu Leben erweckten Erinnerungsbildern erfreuen sich Ola und ihre Tante. Auch für die Betrachter dieses Kinderbuchs öffnen sich vergangene Welten beim Aufschlagen der großformatigen Doppelseiten. Stadtpanoramen, Aufnahmen der Reisen, Umzüge und Aufführungen, immer leben Menschen und Tiere in gemütlichem Chaos harmonisch zusammen. Diese Bilder sind so unterhaltsam wie Igors Erzählungen und ihre Anmutung als Holzschnitte versetzen sie ästhetisch tatsächlich in vergangene Zeiten. So stilistisch perfekt die Illustrationen funktionieren, so schwierig lesen sich die Seiten mit den Textblöcken. Sie sind schlichtweg schlecht zu entziffern und auch in Wortwahl und Satzbau nicht gerade für die jungen Adressaten konzipiert. Und dennoch: die außergewöhnliche Darstellung dieser Hundegeschichte überzeugt und kann von den erwachsenen Vorlesern sicherlich "übersetzt" werden.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Polka für Igor
Iris Anemone Paul
Kunstanstifter-Verl. (2018)
[24] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5