"Ich war schrecklich brav, viel zu brav"
Marylka Bender-Kellerer, Jahrgang 1909, kam vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit ihren Eltern aus einer polnischen Kleinstadt nach München. 1919 starb ihre Mutter. 1936 floh sie mit ihrem Vater vor den Nationalsozialisten nach Paris und versteckte
sich nach dem Einmarsch der Deutschen in einem südfranzösischen Dorf. Nach dem Krieg heiratete sie den Philosophen Christian Kellerer und gründete in Paris einen Verlag für von ihr selbst gemalte Kunst- und Glückwunschkarten. Seit Anfang der Neunziger Jahre lebt sie wieder in München. Sie befasst sich mit Zen-Malerei, der Deutung der Werke ihres Mannes und schreibt Märchen, Gedichte und wissenschaftliche Werke. Harald Grill hat sich in langen Gesprächen mit Frau Bender-Kellerer in deren Leben vertieft und dieses lange und schwierige Leben einer Jüdin im Europa des 20. Jh. eindrucksvoll nacherzählt. Der anspruchsvolle Text, die von Siegfried Maier beigesteuerten Bilder und eine geschmackvolle Buchgestaltung ergaben ein sehr empfehlenswertes Buch.
Hans Niedermayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
"Ich war schrecklich brav, viel zu brav"
erzählend begleitet von Harald Grill. Mit Bildern versehen von Siegfried Maier
Verl. Sankt Michaelsbund (2012)
119 S. : zahlr. Ill. (überw. farb.)
fest geb.