Yukon - Kanada
Die Welt mit dem Rad erobern - das machen heutzutage viele, und mancher schreibt auch ein Buch darüber. Das Besondere an Christian Hannigs Reisen und an seinen Berichten darüber (vgl. 'Tagebuch aus Totemland', BP/mp 12/322) ist sein großes Interesse
an den Kulturen der Eingeborenen und an den geschichtlichen Zeugnissen des Landes. In diesem Fall ist das der Goldgräberrausch, der große Teile Alaskas und Kanadas im letzten Jahrhundert geprägt hat. Hannig sucht gezielt nach verlassenen Orten, auch nach versteckten Spuren, die die Goldgräber hinterlassen haben. Das Rad ist dabei das ideale Vehikel, man kommt schneller vorwärts als zu Fuß, aber man kann doch jederzeit anhalten, für einen kleinen Wortwechsel etwa oder ein schnelles Foto. Darüberhinaus verliert Hannig über sein Transportmittel nicht viele Worte, Marke, Ausrüstung, eventuelle Pannen, Tagesstrecken, das alles wird nur am Rande oder gar nicht erwähnt. Hannig ist ein großer Freund der Einsamkeit und der Weite der Natur, und um an die Ränder der Zivilisation vorzudringen, schreckt er auch vor starken physischen Einschränkungen nicht zurück. - Beeindruckend und für jeden Reisebericht-Bestand gut geeignet.
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Yukon - Kanada
Christian Hannig
Donat-Verl. (2013)
219 S. : Ill. (überw. farb.), Kt.
kt.