Wie zerknülltes Papier
Der 16-jährige Javi, der bei seiner kränkelnden alleinerziehenden Mutter lebt, schwänzt die Schule und verdient sich Geld als Auftragsrowdy, der "Jobs" für seine Mitschüler erledigt. In der gleichen Stadt trifft der erwachsene Jorge ein, der in
eine Pension einzieht und als verschlossener Einzelgänger Arbeit in einer Schreinerei findet. Scheinbar beiden gemeinsam ist eine ungewisse Zukunft und eine Entwicklung, die zu einer Öffnung gegenüber einzelnen Mitmenschen führt. In drei vermeintlich parallelen Haupterzählsträngen wechselt die Bilderzählungen ständig zwischen Javi, Jorge und der mysteriösen Vergangenheit von Jorge. Erst ganz zum Schluss der umfangreichen Erzählung zeigt sich, dass das Leben von Javi und Jorge durch ein ein Jahrzehnt zurück liegendes Geheimnis auf tragische Weise verbunden ist. Auch in der graphischen Umsetzung ein meisterhaftes Debüt eines spanischen Erzählers, das Büchereien mit Graphic Novel-Beständen unbedingt anschaffen sollten.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Wie zerknülltes Papier
Nadar
Avant-Verl. (2015)
394 S. : überw. Ill.
kt.