In the pines
Nach der H.P. Lovecraft-Hommage "Vom Jenseits und andere Geschichten" nahm sich der holländische Zeichner Erik Kriek amerikanischen Mörderballaden an: Seine freien Adaptionen und Interpretationen drehen sich um einen Schiffszimmermann, der von den
Schatten seiner Untaten heimgesucht wird, einen jungen Mann als Opfer einer tödlichen Intrige, einen unglücklichen schwarzen Jugendlichen auf der Suche nach seinem Vater und eine verheiratete Frau, die sich den Nachstellungen eines groben Nachbarn ausgesetzt sieht. Als schwächste Episode wirkt "Where the Wild Roses Grow" um einen ausgebrochenen Gewalttäter, die einerseits zwar Nick Caves Songtext zitiert, andererseits aber mit der Vorlage wenig gemein hat. Die düsteren Balladen um Rassismus, Eifersucht, Vergeltung und Habsucht verweisen auf die Schattenseiten des ruralen Amerikas. Grafisch überzeugt Kriek mit stimmigen, trefflich reduzierten, oft monochromen Bildern, die an Holzschnitte und Linoldrucke erinnern. Der gelungenen Veröffentlichung liegt eine CD mit sechs Songadaptionen der "Bluegrass Boogiemen" bei, bei denen Kriek als Gastsänger beteiligt war.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
In the pines
Erik Kriek
Avant-Verl. (2016)
127 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.