Mein Leben ist ein Bestseller
In einem französischen Großkonzern, dem Energieriesen EDF, erlebt die Volkswirtin Corinne, wie hohl die Phrasen und der Neusprech ihrer Kollegen und Vorgesetzten in Konferenzen und Meetings sind und wie unsinnig viele aufgeblähte Projekte und Vorhaben
in einer sich selbst lähmenden Bürokratie erscheinen. Als Konsequenz entsteht eine Haltung des Nicht-Auffallens und des Nichtstuns, über die sie ein Buch unter dem Titel "Die Entdeckung der Faulheit - von der Kunst bei der Arbeit nichts zu tun" schreibt. In einem kleinen Verlag erschienen, wird dieser (tatsächlich publizierte Titel, dt. 2005) zu einem Bestseller. Der nun folgende Medienrummel, das Disziplinarverfahren des Konzerns und schließlich die Insolvenz ihres Buchverlags sind zu viel für Corinne: Sie steigt aus und verwirklicht sich einen Lebenstraum. - Die Zeichnerin Aurita (Pseudonym) setzt die Geschichte Maiers rund um ihr Buch in ansprechenden Schwarz-Weiß-Graphiken mit gelegentlichen roten Farbakzenten um. Eine ansprechende Bilderzählung zu einer gesellschaftlichen Wirklichkeit, die viele im Arbeitsprozess erleben. Für größere Bestände im Bereich der Erwachsenencomics.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Mein Leben ist ein Bestseller
Aurélia Aurita ; Corinne Maier
Jacoby & Stuart (2016)
101 S. : überw. Ill. (z.T. farb.)
kt.