One-Shot Harry

Harry Ingram ist ein Veteran des Koreakrieges. In der Heimat verdient er sein Geld hauptsächlich als freiberuflicher Fotograf für Zeitungen in Los Angeles. So trifft er bei einem Termin zufällig seinen alten Armeekameraden Ben Kinslav wieder. Die One-Shot Harry beiden genießen ihr Wiedersehen bei ein paar Drinks, bei denen Ben ihm Anita Claire vorstellt, die im Wahlkampfteam für Los Angeles potenziell ersten schwarzen Bürgermeister arbeitet. Harry versteht sich gut mit ihr und die beiden verabreden sich direkt auf ein weiteres Treffen. Vorher kommt jedoch doch der Schock. Über den Polizeifunk erfährt Harry zufällig, dass sein alter Kamerad bei einem Autounfall tödlich verunglückt ist. Er fährt zur Unfallstelle und macht Fotos, wird dabei jedoch von Polizisten bedrängt und auch rassistisch beleidigt. Als er die Fotos später entwickelt, fallen ihm Unregelmäßigkeiten auf. Warum ist in dem Bremsschlauch so ein sauberer Schnitt? Und was sind das für Fotos, die Harry bei Ben gefunden hat? Ehe er sich versieht, wird er von Killern gejagt, denn Ben hatte ein gefährliches Geheimnis aufgedeckt. – Die Geschichte hat einen ruhigen Stil, der gut zum Inhalt passt. Spannung kommt häufig punktuell auf, einige Passagen zwischendurch ziehen sich aber etwas und verlieren dadurch ein wenig den roten Faden. Dafür ist die Story gespickt mit unzähligen Details, die den damaligen Zeitgeist sehr gut erlebbar machen und für eine starke Immersion sorgen. Besonders der alltägliche Rassismus der Polizei gegenüber Harry als schwarzem Reporter wird sehr deutlich und emotional dargestellt. Allein schon deshalb ist das Buch empfehlenswert.

Julian Schirm

Julian Schirm

rezensiert für den Borromäusverein.

One-Shot Harry

One-Shot Harry

Gary Phillips ; aus dem Amerikanischen von Karen Gerwig
Polar Verlag (2024)

292 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 619314
ISBN 978-3-948392-98-7
9783948392987
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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