Bosco Rübe und die Beweisung des Weihnachtsmanns
Inzwischen ist Bosco Rübe, der mit seiner liebenswert chaotischen Familie am Stadtrand von Berlin wohnt, 5 Jahre alt (vgl. BP/mp 23/54, 24/325). Er liebt den Dezember, nicht nur wegen des jeden Tag spannenden Adventskalenders, sondern auch wegen des
wechselhaften Wetters und des herrlichen Tobens im Matsch. Das Beste ist aber die Vorfreude auf Weihnachten. Deshalb ist Bosco alarmiert, als seine Schwester Rosa behauptet, der Weihnachtsmann sei eine Erfindung der Erwachsenen. Um das Gegenteil zu beweisen, gründet er mit seiner Schwester Alva und seinem kuscheligen Begleiter Ökkel einen Detektivclub. Dass es auf Weihnachtsmärkten und in Einkaufszentren viele unechte Weihnachtsmänner gibt, ist aber nur eine Erkenntnis ihrer investigativen Recherche. Denn da gibt es auch noch den grummeligen Mann, der Pfandflaschen sammelt und Fahrräder repariert. Irgendwann häufen sich die Indizien, dass sie es hier mit dem echten Weihnachtsmann zu tun haben, der sich nur tarnt, um seine viele Arbeit schaffen zu können. Lange weiß Bosco nicht, was er glauben soll, bis am Tag nach Weihnachten alle Zweifel beseitigt sind. – Mit viel Sinn für wildes Spektakel, schräge Charaktere und absurde Details erzählen Finn-Ole Heinrich, Dita Zipfel und die kongeniale Illustratorin Tine Schulz vom chaotischen vorweihnachtlichen Alltag der ziemlich lauten Familie Rübe und bieten gleichzeitig einen veritablen Weihnachtskrimi in 24 und 1 Kapitel. Ob die manchmal sehr kreative Orthografie für den erfrischend subversiven Charakter des Buches wirklich notwendig ist, bleibt Geschmackssache. Aber dass die Autoren konsequent die Perspektive des 5-Jährigen einnehmen, macht andererseits den Charme und die Authentizität dieser turbulenten und kein bisschen pädagogischen Geschichte aus.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Bosco Rübe und die Beweisung des Weihnachtsmanns
Text: Finn-Ole Heinrich & Dita Zipfel ; Illustration:Tine Schulz
Huckepack im mairisch Verlag (2026)
160 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5