MAL PIXEL MAL
Roboter können die unterschiedlichsten Aufgaben wahrnehmen, von einfachsten mechanischen Leistungen bis zu anspruchsvollen kognitiven Anforderungen. Der Roboter Pixel soll Bilder malen, aber er benötigt dafür zu viel Zeit. Kontrolleure überprüfen
sein Pensum und stellen ihm Hilfsroboter zu Verfügung. Doch dies verschlimmert Pixels Situation ... – Mittlerweile ist das Thema der Künstlichen Intelligenz auch in den Kinderbüchern angekommen. Was der kleine humanoide Roboter produzieren soll, gilt als Inbegriff der menschlichen Denkleistung, nämlich der Kunst als höchstem Ausdruck von Neuschöpfung. Der Roboter scheitert (wie ein Mensch) an den rigiden Vorgaben. Er behält sich das Nach-Denken, die Einfühlung und die Langsamkeit des Werkprozesses vor. Der Text erzählt davon in personaler Perspektive, mit viel Empathie für die Mal-Maschine. Die Bilder gehen ein größeres Wagnis ein: hier wird gekleckst und geschmiert, großflächige Farbschlieren überziehen die Seiten. Dieser expressive Ausdruck mag an die ersten Malversuche kleiner Kinder erinnern. Der permanente Leistungsdruck der Arbeitswelt wird in diesen groben und chaotischen Zeichnungen ad absurdum geführt. An die Betrachtung der Bilder kann sich ein Gespräch anschließen über den Wert menschlicher Ausdruckskraft, über das Scheitern und über die Selbstvergessenheit, die zu künstlerischen Meisterwerken führen kann. In dieser Geschichte steckt auch die Aufforderung, Experimente zu wagen und sich dem kreativen "Flow" hinzugeben, jenseits der KI, die Kinder niemals davon abhalten darf, sich mit Pinsel und Farbe auszutoben!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
MAL PIXEL MAL
Reto Crameri + Elio
kunstanst!fter (2026)
[unpaginiert] : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5