Dantons Tod

Georges Danton als glühender Anhänger der Französischen Revolution fällt gemeinsam mit seinen Anhängern bei den Jakobinern in Ungnade, als sie das Terrorregime in gemäßigte Bahnen zu lenken versuchen. Des Mordens überdrüssig, glaubt Danton Dantons Tod zudem lange an seine Unantastbarkeit, bevor auch er von den Männern des fanatischen Robespierre verhaftet wird. Angesichts der lenkbaren Jury gelingt es dem wortgewandten Hedonisten in der Verhandlung nicht, seinen Kopf aus der Schlinge zu reden. Nach „Lenz“ und „Woyzeck“ (beide in BP/mp nicht besprochen) nahm sich Büchner-Fan Andreas Eikenroth „Dantons Tod“ an, dessen Sprache sicherlich theatralisch und zu philosophisch erscheint. Zugleich bleibt das Stück weiterhin bissig, wortgewaltig und scharf sezierend. Büchners Text erweist sich als aktuell, wenn doppelzüngige Revolutionäre vorgeführt werden, die beim Gang über Leichen Moral vorschieben und eigene Ausschweifungen verschleiern. Die Abrechnung mit Despotismus, Manipulation und Machtwillkür hat nichts an Brisanz verloren. Der Gießener Zeichner Eikenroth unterstützt den bösen Witz durch eine zwischen Realismus und Karikatur angelegte Grafik. Ungewöhnlich arbeiten die Seitenkompositionen mit dem Verzicht auf Panels. Oft um eine zentrale Figur angeordnet, gehen die einzelnen Panels ineinander über. Ein Anhang mit Skizzen stellt die wichtigsten Charaktere zudem einzeln vor.

Gregor Ries

Gregor Ries

rezensiert für den Borromäusverein.

Dantons Tod

Dantons Tod

Andreas Eikenroth
Edition 52 (2023)

95 Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 615167
ISBN 978-3-948755-08-9
9783948755089
ca. 19,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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