Als die Katzen die Insel verließen
Der Müllberg ist riesig und eine große Bande streunender Katzen lebt vergnügt von den Abfällen, die riesige Schiffe fortlaufend auf die Insel bringen. Nur eine Katzenfamilie schließt sich dem nicht an und versucht, die ursprüngliche Schönheit
ihrer Lebenswelt vor dem lukrativen Müll-Deal zu bewahren und weder körperlich noch seelisch zu verwahrlosen wie die korrumpierten Verwandten. Schließlich verlassen sie auf einem upgecycleten Floß die Insel und die anderen Katzen kommen ins Nachdenken. – Die dystopisch und suggestiv wirkenden Illustrationen in dominierendem Gelb-Braun ziehen sofort in den Bann, vor allem die Darstellung der gedanken- und rücksichtlos gierigen, vielfach sehr fetten Katzen macht Eindruck. Es wird sehr deutlich, dass die mittlerweile vielfach beklagten Müllberge, die von reichen Ländern ausgelagert werden, vor Ort durchaus ihre Profiteure haben und dass auch darin die Wurzel des bedrohlichen Zivilisationsübels liegt. Inhaltlich und darstellerisch im Sinne einer Allegorie über eine Tiergruppe zu gehen, macht die Problematik für Kinder zugänglicher. Der Text ist kurz, einfach und klar, daher auch schon für 4-Jährige geeignet. – Ein sehr empfehlenswertes Buch, sehr gut geeignet, mit Kindern über eines der großen Probleme unserer Zeit ins Gespräch zu kommen, allen Beständen empfohlen.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Als die Katzen die Insel verließen
Masoud Gharehbaghi ; Übersetzung: Anne Hanke
CalmeMara Verlag GmbH (2025)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4