Des Kaisers neue Kleider
Der Kaiser von Youkali, dem Land der Kleider, lebt im Überfluss. Er spaziert durch 27 Kleiderkammern und kann sich nicht entscheiden. Er verschlingt 27 Pfannkuchen zum Frühstück und bekommt Bauchdrücken, kurz: er hat von allem mehr, als er sich
wünschen und ertragen kann. - In der nach einem Märchen von Hans Christian Andersen erzählten Geschichte lässt Folker Banik die Leser:innen geradezu mitschwelgen. Verspielte Illustrationen von Almud Kunert unterstreichen das groteske Überangebot. Man kann gut verstehen, dass der Kaiser es irgendwann satt hat, Kaiser zu sein, denn der Überfluss macht keinesfalls zufrieden. Er beginnt, Unfug zu treiben, um wenigstens ein bisschen Spaß zu haben. Aber auch das hilft nicht, bis der Kaiser merkt: Er sehnt sich nach einem Freund. Da kommen ihm die zwei Betrüger gerade recht. Sie machen ihm ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Diese Geschichte lässt - anders als die des Hans Christian Andersen - kaum etwas offen. Auch das Ende ist anders als die Leser:innen es kennen, und dabei geht es immerhin um Freundschaft, um eine Lehre und einen Ausstieg aus einem Leben in Saus und Braus.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Des Kaisers neue Kleider
von Folker Banik nach einem Märchen von Hans Christian Andersen ; mit Bildern von Almud Kunert
Kindermann Verlag (2023)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5