Feuerjagd
Die Idylle im kleinen irischen Dorf Ardnakelty trügt. Die Dorfbewohner sind eine eingeschworene Gemeinschaft und haben mehr als ein Geheimnis zu verbergen. Die 15-jährige Trey gilt als Außenseiterin im Dorf. Sie ahnt, dass einige Dorfbewohner für
das mysteriöse Verschwinden ihres Bruders verantwortlich sind, und kämpft mit ihren Rachegedanken. Halt und Anerkennung findet sie beim ehemaligen Cop Cal Cooper, der aus Chicago in die irische Provinz gezogen ist und der alles dafür tut, ihr einen Neuanfang und ein normales Leben zu ermöglichen. Dann taucht plötzlich nach langen Jahren der Abwesenheit Treys zwielichtiger Vater Johnny Reddy mit einem angeblich einflussreichen englischen Investor auf. Und obwohl niemand dem windigen Hallodri wirklich traut, wecken Reddys Geschichten von angeblichen Goldvorkommen bei vielen, die in diesem heißen Sommer um ihre Existenz fürchten, die Gier auf schnellen Reichtum. Schon bald ist ein Toter zu beklagen und nicht nur Cal Cooper, der Trey so gerne beschützen möchte, hat keine Ahnung, welche Rolle die junge Frau in dieser aufgeheizten Situation spielt. – Tana French weiß, wie man eine gute Geschichte aufbaut. Bildhaft und mit viel Sinn für Zwischentöne zieht sie ihre Leser immer mehr in die unheilvolle Atmosphäre dieses ungewöhnlich heißen irischen Sommers hinein, der fast zwangsläufig in einer Katastrophe enden muss. Auch wenn es für das Verständnis des Romans nicht notwendig ist, lohnt es sich, den ersten Teil dieser neuen Reihe der bekannten Krimiautorin (Der Sucher, in BP/mp nicht bespr.) zu lesen. Ein absolut lesenswerter Krimi mit interessanten Charakteren, unerwarteten Wendungen und einem dramatischen Showdown.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Feuerjagd
Tana French ; aus dem Englischen von Ulrike Wasel und [einem weiteren]
Fischer (2024)
525 Seiten
fest geb.