Eine Liebe in den Tagen des Lichts
Munch ist inzwischen 79 Jahre alt und hat sich auf sein Landgut Ekely zurückgezogen. Er pflegt kaum noch Kontakte nach außen und wird lediglich von einer Haushälterin versorgt, die sich um den kränklichen alten Mann kümmert. Die Lust am Malen
hat er beinahe gänzlich verloren. Inmitten seiner Bilder sinniert er über die Vergangenheit und wird erst aus dieser Lethargie gerissen, als eine junge Frau sich ihm als Modell anbietet. Dorothy verehrt Munch seit Langem und entwickelt sich im Verlauf der Sitzungen immer mehr zu seiner Muse. Auch wenn der Altersunterschied gewaltig ist, entsteht zwischen beiden eine Art Liebesverhältnis, das vor allem von Munch ausgeht. Die junge Frau ist in ihren Gefühlen hin und her gerissen. - Bei diesem Roman handelt es sich nicht um die authentische Beschreibung der letzten Lebensjahre Edvard Munchs. Geschildert wird lediglich eine einseitige, fast aussichtslose Beziehung eines kranken, alten Mannes zu einer jungen Frau und der nochmalige Schub an Lebens- und Schaffenskraft, der sich für den Künstler aus diesem Verhältnis ergibt. Größeren Beständen zu empfehlen. (Übers.: Gabriele Haefs, Andreas Brunstermann)
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Eine Liebe in den Tagen des Lichts
Espen Haavardsholm
Osburg (2013)
317 S.
fest geb.