Das Kind der Anderen
Nula will nach der Geburt von Samuel wieder arbeiten, denn sie fühlt sich durch ihr Baby gestresst. Ihre Kusine Maggie, die ihr Studium abgebrochen hatte, übernimmt den Job als Nanny. Sie ist von dem kleinen Samuel begeistert und liebt ihn von Herzen
und tritt jeden Tag ihre Aufgabe freudig an, während Nula froh ist, sich anderen Dingen zuwenden zu können. Eines Tages fasst Maggie den Entschluss, Samuel zu entführen und mit ihm an den Ort ihrer Kindheit in Wales zurückzukehren und in das Bootshaus der Familie einzuziehen. Sie stellt sich ein Familienleben zusammen mit ihrem Bruder Joe vor, der früher eine enge Beziehung zu Nula hatte, jedoch von ihr verlassen wurde. Als Samuels Eltern abends heimkommen und das Haus leer vorfinden, wird die Ratlosigkeit immer größer und sie müssen realisieren, dass ihr Kind entführt wurde. Nula bekommt Gewissensbisse darüber, dass sie Samuel vernachlässigt hat und es wird ihr bewusst, wie sehr sie ihr Kind liebt. Sie macht sich auf den Weg nach Wales. - Ein ebenso spannender wie verstörender, mitreißend verfasster Roman darüber, wie es einerseits sich anfühlt sein Kind zu verlieren, andererseits das Kind anderer zu lieben wie das eigene. (Übers.: Astrid Gravert)
Elfriede Bergold
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Kind der Anderen
Bethan Roberts
Kunstmann (2016)
316 S.
fest geb.