Aus Liebe zu den Pflanzen
Der renommierte Pflanzenforscher Stefano Mancuso stellt die Lebensgeschichten von 12 Persönlichkeiten vor, die als Botaniker, Genetiker, Philosophen, Landwirte, aber auch einfach aus Interesse und Wissensdurst, vor allem aber aus ihrer Liebe zu den
Pflanzen eine neue Sicht auf die Welt mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen bewirkten. In den Einblicken in das Leben und Forschen dieser Protagonisten - manche kaum bekannt, andere wie z.B. da Vinci oder Goethe in gänzlich anderem Zusammenhang - zeigt der Autor zum einen Vision, Motivation, Durchhaltevermögen und vorausschauende Zielsetzung dieser Pioniere, zum anderen verweist er auf die konkreten Bezüge zu unserer Zeit (u.a. Schutz der Natur, Nahrungsmittelverknappung, Missbrauch natürlicher Ressourcen, Verlust der Artenvielfalt), zu deren Bewältigung die Erkenntnisse der vorgestellten "Entdecker" einen großen Beitrag leisten könnten. Diese interessanten Informationen werden flüssig, unterhaltsam sowie spannend dargeboten und - soweit möglich - mit erläuternden Illustrationen veranschaulicht. Zusätzlich taucht der Leser anhand der Biografien ein in das jeweilige politische und soziale Umfeld. So spiegelt sich z.B. im Leben des Agrarwissenschaftlers George Washington Carver (1864 1943) - als Sohn von Sklaven geboren, erster schwarzer Universitätsabsolvent und Professor - das Rassenproblem der USA wider, während an Nikolai Iwanowitsch Wawilow (1887-1943), einem der Begründer der Genetik, die Willkür und Ignoranz des stalinistischen Systems deutlich wird. - Rundum zu empfehlen!
Inge Hagen
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Aus Liebe zu den Pflanzen
Stefano Mancuso
Kunstmann (2017)
173, [8] S. : zahlr. Ill. (z.T. farb.)
fest geb.