Der indigene Kontinent
Im Gegensatz zum Original ist der deutsche Untertitel "Eine andere Geschichte Amerikas" etwas irreführend. Denn es geht in diesem Buch nur um die indigene Bevölkerung Nordamerikas. Doch dieser Fehler des Lektorats ist der einzige, den man diesem
Buch ankreiden kann. Der Autor ist Professor für Amerikanische Geschichte in Oxford und damit ein ausgewiesener Experte für das Thema. Das beweist er mit seiner neuesten Veröffentlichung eindrucksvoll: Er schreibt damit nicht weniger als eine neue Geschichte der indigenen Völker Nordamerikas, von deren Besiedelung des Kontinents vor Zehntausenden von Jahren über den Kontakt/Konflikt mit den Europäern ab dem 16. Jh. bis heute. Und er zeigt, fundiert mit zahllosen Quellen, dass die nordamerikanischen "Ureinwohner" alles andere als willenlose Opfer waren, sondern bis heute um ihre Kultur und ihr Leben kämpfen, und das durchaus mit viel Erfolg. – Mit diesem Buch schrieb Hämäläinen das absolute Standardwerk für alle, die sich privat oder wissenschaftlich mit den Kulturen der indigenen Nordamerikaner beschäftigen. Und das in einem Stil, der auch Nichtwissenschaftler in den Bann zieht. Für größere Bestände sehr geeignet.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der indigene Kontinent
Pekka Hämäläinen ; aus dem Englischen von Helmut Dierlamm und [einem weiteren]
Verlag Antje Kunstmann (2023)
651 Seiten : Illustrationen, Karten
fest geb.