Werden wir ersetzt?
Von der Entwicklung der Dampfmaschine bis zur Künstlichen Intelligenz hat noch keine neue Technologie das vollkommen eingehalten, was sie versprochen hat: dem Menschen neue Freiheiten zu schaffen. Und irgendwann wird dann der Punkt erreicht sein,
ab dem die Maschinen das Heft in die Hand nehmen. Das ist die reichlich pessimistische These, die diesem Werk des 1939 geborenen britischen Ökonomieprofessors (zuletzt "Wie viel ist genug?", BP/mp 13/523) zugrunde liegt. Dem muss man zwar nicht uneingeschränkt zustimmen, schon allein weil Skidelsky selbst ein paar Lichtblicke in den Text einbaut. Allerdings ist die Lektüre etwas anstrengend. Man sollte schon einiges an Vorwissen mitbringen und den einen oder anderen Abstecher z.B. in die griechische Philosophie nicht scheuen. Der Titel bietet aber allemal einen sehr guten Überblick über die Geschichte der enttäuschten Technologie-Hoffnungen. – Eher für große Sachbuch-Bestände geeignet.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Werden wir ersetzt?
Robert Skidelsky ; aus dem Englischen von Enrico Heinemann
Verlag Antje Kunstmann (2024)
430 Seiten
fest geb.