Petit
Seit ewiger Zeit herrschen die Riesen, in einem Schloss auf den Bergen residierend, über die Menschen, die sie lediglich als Sklaven und zu Nahrungszwecken halten. Als der gnadenlose König Gabaal einen zu kleinen Sohn bekommt, will er diesen aus
der Art geschlagenen Nachwuchs sofort töten lassen. Doch seine Frau versteckt den Kleinen vor seinem Zugriff, weil sie in ihm eine Erneuerung ihrer degenerierten Rasse sieht. Die liberal eingestellte Tante erzieht den unerwünschten Jungen dazu, menschliches Leben zu achten und auf Bildung zu bauen. In einer expressionistisch angelegten, düsteren Grafik, die an Schwarzweiß-Illustrationen des 19. Jahrhunderts erinnert, entwirft Zeichner Betrand Gatignol eine Welt aus Repression, Unterdrückung und Machtgefüge. Für Autor Hubert dienen Generationskonflikte als Mittel der Erneuerung. Seine in sieben Kapiteln erzählte, makabre Parabel wird stets durch literarische Einschübe unterbrochen, in denen die Chronik der Riesen aufgefächert wird. Eine ungewöhnliche Graphic Novel für größere Bestände.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Petit
eine Geschichte von Hubert. In Szene gesetzt und gezeichnet von Bertrand Gatignol
Reprodukt (2015)
174 S. : überw. Ill. (z. T. farb.)
fest geb.