Das kalte Herz
Der Schwarzwälder Köhler Peter Munk lebt mit seiner Mutter in den Wäldern und wird bei seinen Besuchen im anliegenden Dorf eher verspottet. Nachdem er von Flößern bestohlen und verprügelt wurde, verschlägt es ihn ins dunkle Tannenbühl. Dort
lebt das Glasweiblein, das Sonntagskindern wie Peter nach Aufsagen des richtigen Spruchs drei Wünsche erfüllt. Seine ersten beiden Wünsche wählt der naive Peter reichlich unüberlegt. Als sich seine Hoffnungen nicht erfüllen wollen, gibt er dem Glasweiblein die Schuld. Kurzerhand geht Peter einen Pakt mit dem teuflischen Holzfäller-Michel um sein Herz ein. Sascha Hommer setzte das populäre Kunstmärchen in grünlich eingefärbten, weitgehend monochromen Panels und dunklen Einschüben stimmig um. Insgesamt hält sich seine Parabel zu Hartherzigkeit, Egoismus und den Auswüchsen des Kapitalismus stärker an den Original-Plot als etwa der deutsche Fantasy-Kinofilm von 2016 (BP/mp 17/817). Kleine Abwandlungen wie die Geschlechtswandlung und Hervorhebung des Glasmännleins oder die Rolle von Peters Baby als Verkörperung der reinen Unschuld im Finale wirken sich durchaus positiv aus. Empfehlenswert für alle Bestände.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Das kalte Herz
Sascha Hommer ; nach einem Märchen von Wilhelm Hauff
Reprodukt (2024)
142 Seiten : farbig
fest geb.