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Wie viel Vertrautheit und Sicherheit der Schulalltag bietet, bemerken Andreas, Ben und Clara erst, als das letzte Schuljahr angebrochen ist. Die große Frage, was sie nach dem Abitur machen wollen, kann zunächst noch verdrängt werden. Noch sind die
Jugendlichen mit ihren Liebeleien beschäftigt, mit Prüfungsvorbereitungen und dem Programm zur Abiturfeier. Aber immer drängender klopft die Frage nach der Zukunft an die Tür und nicht jeder öffnet sie hoffnungsvoll. In dieser umfangreichen Graphic Novel begleiten wir drei junge Menschen samt ihren Klassenkameraden durch diese Zeit der Abschiede und der Neuausrichtung. Während Clara schon einen Studienplatz in Rotterdam ergattert hat, sträubt sich Ben noch gegen die von seinen Eltern vorgeschlagene Laufbahn. Andreas hingegen, der so cool und souverän wirkt, distanziert sich von seinem alten Freund Ben und scheint ohne Halt und Plan zu sein. Wie verunsichernd und auch belastend diese Zwischenzeit für Jugendliche sein kann, wird in dieser Geschichte facettenreich ausgemalt. Es sind vor allem die skizzenhaften Zeichnungen, die das Vage der Lebensentwürfe abbilden. Bei den Porträts sitzt die Kontur punktgenau. Und dennoch gibt der verhuschte, verwaschene Strich den Figuren eine Transparenz und Labilität, die ihrer Gefühlslage entspricht. Die "unbegrenzten Möglichkeiten" ihrer Zukunft erscheinen ihnen (und den Betrachter:innen) wenig greifbar. Leichtfüßig verlässt keiner der drei die Schule. Doch die Offenheit des Kommenden nicht als Belastung, sondern als Geschenk anzunehmen, könnte ihnen gelingen. Ab 16.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
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Michèle Fischels
Reprodukt (2024)
204 Seiten : farbig
kt.