Hallimasch
Noch einmal alte Erinnerungen auffrischen und um die Häuser ziehen … So stellt sich der energiegeladene Endvierziger Dietz, seriöser Familienvater und erfolgreicher Ingenieur, den Wochenendtrip mit seinem Freund Volker, einem eher lethargischen,
leidenschaftslosen Musiker mit Hang zur Kleptomanie, vor. Dietz hat sie beide telefonisch bei Acki, einem weiteren ehemaligen Kumpel, in Leipzig angekündigt. Zu einem Treffen kommt es aber nicht, da Acki nicht aufzufinden ist. Während ihrer Tour durch Kneipen, Museen, die Musik- und Hausbesetzerszene ereignet sich allerlei Skurriles, teilweise Unverständliches. Ist es noch Freundschaft, die diese beiden ungleichen Männer verbindet oder hängt Dietz nur einem Wunschgedanken nach? Oftmals nur skizzenhafte Strichzeichnungen, dann wiederum mit dickem Pinselstrich geführte Linien oder teils aquarellig gestaltete Ausschnitte sowie bruchstückhafte oder zerfließende Darstellungen der Körper prägen den eigenwilligen Stil Baitingers. Alles scheint im Fluss zu sein, auch die Beziehung der Männer untereinander. Im Gegensatz dazu sind die Abbildungen technischer Apparate und Maschinen konkret, exakt und detailliert. Sowohl Inhalt als auch die Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind teilweise etwas verwirrend. – Eine Graphic Novel, die sicherlich ihre Liebhaber:innen in größeren Beständen findet.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Hallimasch
Max Baitinger
Reprodukt GmbH (2025)
[unpaginiert]
kt.