Rembetissa
Unter der Diktatur Ioannis Metaxas in den 1930er-Jahren werden die Café-Inhaberin Katina, ihre Musiker sowie ihre zwei Sängerinnen Beba und Marika Opfer der staatlichen Zensur. Sie alle lieben ihre Freiheit und leben für den Rembetiko, eine Art
griechischer Blues. Er vereint Elemente der griechischen Volksmusik mit osmanischer Musiktradition, seine Lieder erzählen von zentralen gesellschaftlichen bzw. politischen Problemen. Besonders Migrant:innen, z.B. aus Smyrna, begleiten u.a. mit Bouzoukis und Ouds ihre Gesänge, deren Themen etwa der Schmerz über die verlorene Heimat, Armut, Krankheit, Drogen, Diktatur, aber auch das Streben nach Freiheit und die Liebe sind. Welchen Weg wählen die Musiker, Katina, Beba und Marika, als ihre Existenz und Freiheit durch das Verbot dieser vermeintlich regierungsfeindlichen Musik bedroht wird? Anpassung, Flucht in die Parallelwelt der Drogen, Widerstand oder Emigration? Die Graphic Novel strahlt trotz der Repressionen durch das Regime pure Lebensfreude der Charaktere aus. Diese wird durch die farbenprächtige Kolorierung der Illustrationen, besonders durch die leuchtenden Rottöne, verstärkt. – Ein gelungener Einblick in einen vielleicht wenig bekannten Abschnitt der Kulturgeschichte Griechenlands. Für alle Graphic Novel-Bestände sehr empfehlenswert.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Rembetissa
David Prudhomme ; aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock
Reprodukt (2025)
110 Seiten : farbig
fest geb.